Beweggründe

Die Initianten haben verschiedene Beweggründe für die Realisierung dieser Aktion.

Ein Grund und wohl an erster Stelle stehen die Erfahrungen, welche die Initianten in der Vergangenheit selber haben machen müssen (und vielleicht haben machen dürfen). Diese Zeit der Entbehrung, der Hilflosigkeit, der Machtlosigkeit und nicht zuletzt auch der Verzweiflung haben das Leben nachhaltig verändert. Hauptsächlich weil in diesen äusserst schwierigen Jahren auch die Initianten selber die Erfahrung einer anonymen Hilfeleistung in der Form einer gespendeten Ferienreise1 haben machen dürfen, ist das Bedürfnis gewachsen, diese sehr grosszügige und unerwartete Unterstützung weiterzugeben.

Gerade weil die Initianten inzwischen ein (finanziell) abgesichertes, selbständiges und glückliches Leben führen dürfen, was (leider) alles andere als selbstverständlich ist, ist es ihnen ein grosses Anliegen, die christliche Nächstenliebe zu leben und in grosser Dankbarkeit und Demut anderen Menschen unerwartete Hilfe anzubieten und eine wenn auch nur kleine Freude zu bereiten, was sie mit dieser Aktion Wunschzettel hoffentlich zu tun erreichen.

Ferner mag vielleicht auch noch eine Rolle gespielt haben, dass sehr viele internationale Organisationen auf Probleme hinweisen, welche fernab unserer Heimat und Nachbarschaft viel Elend verursachen. Dieses Engagement ist sehr wichtig und die Initianten wollen diese ehrenvollen Absichten auch gar nicht in Abrede stellen. Dennoch empfinden sie es als unbefriedigend, wenn internationale Institutionen und staatlich unterstützte Hilfswerke weltweit im Einsatz sind und zeitgleich die Armut und das Sozialgefälle vor unserer Haustüre und in unserer Nachbarschaft vergessen zu gehen scheint oder gar bewusst tabuisiert wird. Einige wenige Organisationen bilden eine löbliche Ausnahme (bspw. OhO - Ostschweizer helfen Ostschweizern). Auch in diesem Sinn und getreu dem Slogan einer Migros-Produktelinie „Aus der Region für die Region“2 möchten die Initianten die Vereinstätigkeit verstanden wissen.

Im Gegensatz zu grösseren Spendensammlungsorganisationen ist es den Initianten ein sehr grosses Anliegen, garantieren zu können, dass der gesamte gespendete Betrag auch tatsächlich in die geplante Hilfsaktion fliesst. Die Initianten, der Vorstand und der Verein per se garantieren eine 100%-ige Zuführung aller Spenden an die Wunschzettelaktion. Die administrativen Kosten werden teilweise durch die Mitgliederbeiträge gedeckt und wo diese nicht ausreichen von den jeweiligen Mitgliedern privat getragen. Der Vorstand bemüht sich nach Kräften, so transparent wie möglich informieren, Protokolle und Beschlüsse publizieren und der Mitgliederversammlung jeweils eine nachvollziehbare Buchführung vorlegen zu können.

1 Ein unbekannter Spender hat im Jahr 2002 eine sehr grosse Spende (Irrtum vorbehalten CHF 900‘000.--) an das Sozialamt der Stadt St. Gallen gemacht. Der Spender wollte diese Spende für Ferienreisen von bedürftigen Familien verwendet wissen, weshalb auch die Mitinitiantin des Vereins mit ihrer Tochter in den Genuss dieser Spende und einer Woche Urlaub gekommen und wofür sie noch heute äusserst dankbar ist.

2 Die Migros hat der Verwendung des Slogans im Rahmen der Aktion Wunschzettel freundlich zugestimmt.